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Daumen hoch für alle Blutspender – „Ihr habt mein Leben gerettet"

DRK Söllingen startet mit erfolgreicher Blutspende in die Saison

Daumen hoch für Steven Betz: Ehemalige Patienten, welche Blut erhalten hatten, dürfen auch selbst zum Spender werden.

Vergangenen Freitag lud der Söllinger DRK Ortsverein zu dessen Auftakt-Blutspende im Jahr 2018. Ein vielversprechendes Ergebnis lässt auf eine positive Entwicklung hoffen. Ende Juli habe man bereits den ersten Aufruf gestartet, welchem nun 105 Spendewillige in die Kleinsteinbacher Hagwaldhalle gefolgt waren. Betrachtet man die Zahlen aus den vergangenen vier Jahren, liegt man damit bereits über dem Durchschnitt von 103 Spendewilligen. Auch Vereinsvorsitzender Günter Maag zeigt sich sehr erfreut über die stabile Bilanz. Im Verein war Bereitschaftsleiterin Nina Stefan für die Organisation zuständig und beschäftigte über den Tag verteilt 20 DRK-Helfer sowie 3 Helferinnen der örtlichen Feuerwehr.

Auch wenn man Routine erwarten mag, gibt es für die erfahrenen Kräfte regelmäßig Neuerungen. Das Mannheimer Team vom Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen, die mit 5 Schwestern und zwei Ärztinnen vor Ort waren, brachte den kürzlich geänderten Ablauf der einzelnen Spender-Stationen zum ersten Mal nach Kleinsteinbach. Eine alte aber weitreichende Vorschrift, die es ehemaligen Patienten (die eine Blutspende erhalten hatten) untersagte Blut zu spenden, wurde im Juni 2016 widerrufen und für den Ortsverein zum ersten Mal sichtbar. Mit dem Widerruf kann nun auch Steven Betz einer Herzensangelegenheit nachkommen. Durch einen schweren Arbeitsunfall im Alter von 15 Jahren verlor er sein rechts Bein und wurde primär sowie im Laufe seiner Behandlung Empfänger zahlreicher Blutkonserven. Die Transfusionen glichen zum einen den enormen Blutverlust unmittelbar nach dem Unfall aus, sorgten aber auch für einen guten Heilungsprozess in den Wochen und Monaten danach. „Die Blutspender haben mein Leben gerettet“, so Betz. Durch das Jugendrotkreuz war er aus Kindertagen mit Blutspendenaktionen vertraut und erfuhr direkt als Teenager welche Tragweite sie haben. „Ich war damals sehr froh und dankbar, dass es Menschen gibt die ihr Blut geben. Für mich stand fest, dass ich mit 18 Jahren selbst zur Spende gehen möchte. Umso enttäuschender war die damalige Absage", erzählt er weiter. „Endlich kann auch ich Blutspenden, also Leben retten, und im übertragenen Sinne ,Danke’ sagen.“ Daumen hoch für die geänderte Vorschrift und einen jungen Mann der hoffentlich viele weitere Menschen zum Aderlass ermutigen kann.

Etwas Mut muss man tatsächlich aufbringen, um sich durch eine stattliche Nadel mit dem Konservenbeutel verbinden zu lassen. „Es freut uns immer sehr weitere Erstspender begrüßen zu dürfen – heute waren es acht", schildert Nina Stefan. „Wir bemühen uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, damit aus Erstspendern Mehrfachspender werden. Bekanntlich hat man für den ersten Eindruck nur eine Chance", so die Bereitschaftsleiterin weiter und verwies auf die kommenden Termine. An diesem Freitag wurden 99 Konserven verladen und gingen auf direktem Weg nach Mannheim zur Verarbeitung – oder schöner ausgedrückt: „… gingen auf die Reise Leben zu retten.“ Sie haben selbst einmal Blut erhalten und möchten Spender werden? Informieren Sie sich über Fristen und Bedingungen unter der Hotline 08001194911.

Weitere Blutspenden des DRK Söllingen: 25. Oktober in Söllingen (Emil-Frommel-Haus) und 26. Dezember in Kleinsteinbach (Hagwaldhalle)

Text: Anja Wenz

29. August 2018 22:28 Uhr. Alter: 107 Tage